Artikel zur 1. „Virtuellen Offizier-Messe“ (VOM)

 Warum Marine?

Auftakt der ersten „Virtuellen Offizier-Messe“

von:

AG JuMOV

Die MOV ist um ein neues Veranstaltungsformat reicher: Am Donnerstag, den 24. September, fand erstmals die sogenannte „Virtuelle Offizier-Messe“ statt, kurz: VOM. 17 Offizieranwärter und Offiziere, vom Seekadetten bis zum Flottillenadmiral, versammelten sich dazu an gänzlich unterschiedlichen Orten vor den heimischen Endgeräten wie PC, Tablet oder Smartphone und diskutierten gemeinsam die Frage „Warum Marine?“.

Wenngleich das Thema ein Dauerbrenner im deutschsprachigen sicherheitspolitischen Dis-kurs ist, stellte Flottillenadmiral Wilhelm Tobias Abry in seiner Funktion als Kommandeur der Marineschule Mürwik und Gastredner der ersten VOM umfassend heraus, warum es derzeitig wichtiger denn je ist, sich mit der eigenen Identität und dem dazugehörigen Berufsethos auseinanderzusetzen. Anlass dazu böten die geopolitischen Veränderungen der letzten Jahre, die weiterhin nicht abgeschlossen sind. Abry leitete seine These demnach aus strategischen Überlegungen ab und referenzierte dabei kritisch-reflektiert auf verteidigungspolitische Ent-scheidungen der vergangenen Jahrzehnte.

Dass seine Ausführungen nicht bloß trockene Theorie sind, konnte man in den konzentrierten Gesichtern der via Kamera zugeschalteten Teilnehmern ablesen. Am Ende von Abrys Ein-führung stellte sich sodann die Frage, welchen Beitrag jeder beziehungsweise jede Einzelne leisten könne, um die eigene Teilstreitkraft für die Zukunft zu rüsten. Als eine wesentliche Herausforderung wurde hierbei die temporäre Distanz zur Flotte während Studium, Lehr-gängen und Zwischenverwendungen ausgemacht. Dies ist ebenfalls nichts Neues, doch angesichts der digitalen Dauerverfügbarkeit maritimer Inhalte schmerzt es umso mehr, in der Peripherie zu sein statt an den Orten des Geschehens, um nicht zu sagen: an Bord.

Unter Moderation der Kapitänleutnante Helge Adrians, Fabian Dilly und Caroline Wegener entwickelte sich unter den Teilnehmern rasch eine lebhafte und – unter Nutzung von Mikro-fonen und Chat – mehrdimensionale Debatte, die zwar den ursprünglich angedachten Zeit-rahmen von einer Stunde deutlich sprengte, dafür aber facettenreiche Sichtweisen hervor-brachte und zum Nachdenken angeregt haben durfte. Neben diesem inhaltlichen Aspekt kann sicher die distanzüberschreitende Vernetzung unterschiedlicher Generationen des deutschen Marineoffizierkorps als Erfolg gewertet werden.

Um diesen zu zementieren und den besprochenen Ideen Geltung zu verleihen, heißt es nun, die VOM fortzusetzen und zu einem festen Ort des Zusammentreffens zu etablieren, wie es die regionalen Marine-Offizier-Messen (MOM) bereits sind. Weitere Termine stehen deswegen schon in der Mache. Geplant sind vorerst monatliche Intervalle, meist an Mittwoch- oder Donnerstagabenden ab 19 Uhr. Dank des Videokonferenz-Programms „Webex“, welches auch offiziell von der Bundeswehr genutzt wird, können sogar dienstliche Computer genutzt werden. Weitere Einzelheiten folgen zeitnah über die bekannten Kanäle wie Social Media und E-Mail.

Adrians / Dilly / Wegener