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10. Maritime Convention – Bilanz & Perspektiven
„ 1963 besang der diesjaehrige Literatur - nobelpreistraeger Bob Dylan +The Times They Are A- Changing+. In welcher dynamischen Welt leben wir heute?“ Mit diesen Worten eroeffnete der Vizepraesident des DMI, Konteradmiral a. D. Ulrich Otto die diesjaehrige 10. Maritime Convention, eine Jubilaeumsveranstaltung.

Otto zog bei seiner Begrueßung eine kurze Bilanz und erinnerte daran, welche Hauptthemen die vorausgegangenen Maritime Conventions gepraegt hatten: Von „Basis See“ ueber „Europaeische maritime Interessen“ bis hin zu „Sicherheit und Handel im maritimen Raum“, um nur einige zu nennen.

Die Grueße des Landes Schleswig-Holstein (Landesvertretung SLH) ueberbrachte die Dienststellenleiterin, Frau Rosemarie Schoenegg-Vornehm, stellvertretend fuer Staatssekretaer Mueller-Beck. Frau Schoenegg-Vornehm stellte dabei fest, dass maritime Themen ganz besonders gut „zu der Landesvertretung SLH passen“.

Wie alles angefangen hat
Vizeadmiral a. D. Lutz Feldt blickte zurueck auf den Beginn der Maritime Conventions 2006. Verbesserung des Verstaendnisses fuer komplexe maritime Zusammenhaenge, Erreichen einer ausgesuchten OEffentlichkeit, In Berlin, Zusammenfuehren unterschiedlicher Personen und Gruppen, national wie international, all das waren Beweggruende und „Triebfeder“ fuer die Einrichtung dieser Veranstaltung in Berlin. Feldt dankte den Industrievertretern fuer die finanzielle Unterstuetzung, ohne die ein derartiges Projekt nie moeglich gewesen waere. „Die Maritime Convention ist eine Erfolgsgeschichte“ resuemierte Admiral Feldt. mehr [127 KB]

Zur Bedeutung des Maritimen
In dem anschließenden von Konteradmiral a. D. Otto moderierten Panel widmeten sich die folgenden Referenten aus der Sicht Ihres jeweiligen Zustaendigkeitsbereichs dem Thema „Zur Bedeutung des Maritimen“.

Der Inspekteur der Marine Vizeadmiral Andreas Krause begann mit einem Zitat aus dem neuen Weißbuch: „Die Sicherheit Deutschlands ist entscheidend abhaengig von maritimer Sicherheit.“ Er identifizierte 3 Bereiche in denen die Marine zukuenftig ihre Einsatzschwerpunkte haben wird (Reihenfolge stellt keine Priorisierung dar):
Suedflanke (Mittelmeer), Nordflanke (dazugehoerend auch die Ostsee) sowie Landes- und Buendnisverteidigung. Insbesondere die Ostsee rueckt nach 25 Jahren relativer Ruhe jetzt wieder verstaerkt in den Fokus. Von weiterer Relevanz, insbesondere wegen der Bedeutung als Hauptseeverbindungsweg, ist der Indische Ozean. Auch dort wird die Deutsche Marine zukuenftig praesent sein. Dafuer sind, so Krause, u.a. auch strategische Abstuetzpunkte aufzubauen.

Der Inspekteur sieht fuer die Marine in naher Zukunft 3 Trendwenden, die es zu meistern gilt:

Das alles, um den Uebergang zu einer zukuenftigen „Aufgabengerechten Ausstattung“ zu schaffen. Dieses ist nicht von heute auf morgen zu realisieren. Ein Teil dieses neuen Abschnitts sind die Beschaffung von 5 Korvetten, die weitestgehend baugleich mit den schon in Betrieb befindlichen K 130 Korvetten sind. „Die Marine braucht ein eingefahrenes System und keine Kleinserie“ so Krause.

Der Leiter der Bundespolizei See, Leitender Polizeidirektor Stefan Wendrich, zeigte die „neuen“ Taetigkeitsfelder auf, denen sich die Bundespolizei See verstaerkt widmen muss. Von Bekaempfung der Piraterie ueber Abwehr von Terroristen, die von See kommend an Land Ziele attackieren (Wendrich nannte als Beispiel Mumbai, Indien 2008), bis hin zum Auftrag im Rahmen FRONTEX, um die Schwerpunkte zu nennen. Um diese Aufgaben im Verbund mit anderen Einsatzkraeften effektiv erfuellen zu koennen, bedarf es einer gemeinsamen Einsatzsprache, gleicher Standards, nationaler wie internationaler Netzwerke, wirkungsvoller Aufklaerung und Austausch von Informationen. mehr [207 KB]

Ralf Nagel, Geschaeftsfuehrendes Praesidiumsmitglied im Verband Deutscher Reeder (VDR) erinnerte an die Bedeutung Deutschlands als Export- aber insbesondere auch als Importnation („wir benoetigen Teile aus dem Ausland, um in Inland zu produzieren“). „Wir muessen maritimes Know How in den vor uns liegenden Jahren sichern, um u.a. auch weiterhin die Faehigkeit zum Management von Schiffen zu erhalten“, so Nagel, „Deutschland ist immer noch die Nummer 1 in der Bereederung von Containerschiffen trotz globaler Ausrichtung. Deutschland und auch Europa sind wirtschaftlich stark. Es fehlt aber immer noch eine gemeinsame Sicherheitspolitik um moegliche Gefahren gemeinsam abzuwenden“.

Der Hauptgeschaeftsfuehrer des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe, Daniel Hosseus, unterstrich die Notwendigkeit und Bedeutung von sicheren Seehaefen. Er informierte ueber die Konkurrenzsituation in Europa und zeigte zu schaffende Rahmenbedingungen durch die Politik auf, damit deutsche Haefen in dieser Konkurrenzsituation bestehen koennen. Stichworte: leistungsfaehiges Verkehrsnetz, optimale Ordnungspolitik, sichere Haefen, sicheres Datennetz, angemessene Tarif und Sozialpolitik. Hosseus befasste sich auch mit der maritimen Bedeutung des asiatischen Raumes und insbesondere des suedchinesischen Meeres. mehr [242 KB]

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Nach einer kurzen Diskussion und Beantwortung von Fragen leitete Konteradmiral Otto zum zweiten Teil der Convention ueber.


Aktuelle Maritime Aktivitaeten
Den Vortragsreigen eroeffnete der Erste Polizeihauptkommissar Guenther Krautt-Carus, Leiter
ATLAS Executive Bureau der GSG 9 der Bundespolizei. Er stellte den ATLAS Verbund, eine Vereinigung von 36 europaeischen Spezialeinheiten (der EU Mitgliedstaaten) im Detail vor. (Allgemeine Informationen sind auch hier nachzulesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Atlas-Verbund )
Er informierte ueber in der Vergangenheit absolvierte gemeinsame UEbungen und deren Schwerpunkte. Neben Budgetaspekten und Trainingsschwerpunkten waren auch noch zu erreichende Ziele Inhalt seines Vortrags.

„Die Marine im Einsatz“ war die UEberschrift des Vortrags von Kapitaen zur See (jetzt Flottillenadmiral) Axel Deertz. Der Unterabteilungsleiter Operation des Marinekommandos informierte ueber die derzeitige Beteiligung der Deutschen Marine an 7 Operationen. Von dem Einsatz in der AEgaeis vor der tuerkischen Kueste, Operation „Sophia“ im Mittelmeer, UNIFIL, Unterstuetzung der franzoesischen Flugzeugtraegergruppe, Operation ATALANTA, Operation SEA GUARDIAN, bis hin zum Einsatz von Schiffen/Booten in NATO Einsatzverbaenden. Deertz beschrieb darueber hinaus Aktivitaeten wie Deutsch-Niederlaendische Kooperation (Beteiligung des Seebataillons), Ausbildungsunterstuetzung fuer auslaendische Marinen und Management des Zulaufs Fregatte F 125. Als besonderen Herausforderungen identifizierte er die rechtzeitige und professionelle Ausbildung von Besatzungen sowie die Vorbereitung und Teilnahme an Zertifizierungsuebungen.

Den Abschluss dieser Vortragsreihe bildete Professor Dr. Wilfried Seidel, Praesident der Helmut-Schmidt-Universitaet (HSU) der Bundeswehr in Hamburg. Unter dem Thema „Maritime Sicherheit an der HSU: interdisziplinaer, integrativ, innovativ“ informierte Prof. Seidel ueber den interdisziplinaeren Forschungsschwerpunkt Maritime Sicherheit an der HSU. Als Element des Kompetenzclusters „Sicherheitsforschung und Logistik“ will die HSU in Kooperation mit dem Bundesministerium der Verteidigung, Abteilung Politik, ressortrelevante Forschungsbedarfe zum Themenfeld Maritime Sicherheit bearbeiten, militaerfachliche und wissenschaftliche Expertise auf diesem Feld aufbauen und die relevanten Interessengruppen (stakeholder) Maritime Sicherheit vernetzen. mehr [577 KB]

Nach Aussprache und Kaffeepause wurde anschließend das Panel zum Thema „10 Jahre Maritime Convention - Bilanz & Perspektiven“ eroeffnet, welches durch Dr. Sebastian Bruns von der Christian-Albrechts-Universitaet Kiel moderiert wurde.

Mit den Teilnehmern der Convention diskutierten der Praesident des DMI, Vizeadmiral a.D. Hans-Joachim Stricker, der Chefredakteur griephan Heinz Schulte, und der Vorsitzende des DMI, Flottillenadmiral Karsten Schneider.
Positiv bilanziert wurden u.a. der „Transfer maritimer Themen nach Berlin“ und die Einrichtung des Maritimen Hauptstadtforums (MHF) www.mhf.berlin.

Moegliche zukuenftige Themen der Maritime Convention und die Nutzung von Medien wurden lebhaft diskutiert.
„Wir sollten zur Weiterentwicklung die Maritime Convention mit Think Tanks vernetzen, z. B, der Fuehrungsakademie der Bundeswehr oder der Bundessicherheitsakademie, dabei aber nicht formalisieren“ so Karsten Schneider, „junge Koepfe, junge Wissenschaftler und interessierte Offiziere sollten vermehrt zu Wort kommen“.
Als notwendig erachtet wurde auch eine verstaerkte Praesenz maritimen Sachverstands in Sueddeutschland sowie die Behandlung von Umwelt- und Klimathemen (z.B. Meeresverschmutzung).

Den offiziellen Abschluss der diesjaehrigen Maritime Convention bildete das Schlusswort des Praesidenten des DMI, Vizeadmiral a.D. Stricker. Er dankte den Referentinnen und Referenten sowie den Organisatoren der Veranstaltung.

Der Inspekteur der Marine Vizeadmiral Andreas Krause stellte anschließend den Jahresbericht der Marine 2016 zu Fakten und Zahlen der maritimen Abhaengigkeit der Bundesrepublik Deutschland vor. Nichts kann mehr ueberzeugen als die Fakten dieses Berichts zur Bedeutung des maritimen Raums fuer die Sicherheit und den Wohlstand Deutschlands.

Den Jahresbericht erhalten Sie als Download unter http://www.marine.de/portal/a/marine/start/ueberuns/markdo/marineschifff/jahresbericht.de oder als Druckversion und/oder CD unter E-Mail: marineschifffahrtleitung@bundeswehr.org anfordern.

Ein weiterer Programmpunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung der Gewinner des diesjaehrigen Aufsatzwettbewerbs zum Thema „Sea Blindness. Wie spinnt man einen maritimen Erzaehlfaden?“ durch den Inspekteur der Marine und Praesidenten des DMI. Den gesonderten Bericht finden Sie auf dieser Website und die Aufsaetze auf unserem Blog www.meerverstehen.net.

Das abschließende abendliche Dinner wurde mit der „Dinner Speech“ von Dr. Joachim Peter, Director Brunswick Group, eingeleitet. Dr. Peter referierte zum Thema „Sea Blindness? Wie man einen strategischen Erzaehlfaden spinnt.“ Auch dieser Vortrag ist auf unserem Blog www.meerverstehen.net abgedruckt.

Ein ausfuehrlicher Bericht erscheint auch in der Zeitschrift MarineForum im naechsten Jahr.






Fotos: PIZ Marine, Griebel

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