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Auftrag und Alltag der Marine

Dr. Michael Rudloff, Geschäftsführer der KTMS, Fregattenkapitän Marco Thiele, Vorsitzender Marine des Deutschen Bundeswehr Verbandes e.V., der Oberbürgermeister der Stadt Rostock, Roland Methling und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause begrüßten die Gäste.

Dabei bedankte sich Marco Thiele insbesondere für die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten der Marine in der jüngsten Vergangenheit, Der OB Methling unterstrich die Bedeutung des Marinekommandos und der Marineangehörigen im Standort Hohe Düne für die Stadt Rostock. Er informierte darüber, dass 2018 anlässlich der 800 Jahr Feier der Stadt Rostock eine Veranstaltung mit Bürgermeistern weiterer Marinehauptstädte geplant sei und entsprechende Einladungen ausgesprochen werden.

Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, der am Tag der Veranstaltung Geburtstag feierte, unterstrich die Notwendigkeit einer breiten und offenen Diskussion maritimer Sicherheitspolitik. Wir wollen und müssen uns mit der Rolle der Marine in Deutschland, in Europa und im globalen Kontext auseinandersetzen so Krause.

Die Vortrags- und Diskussionsreihe begann mit einem historischen Einführungsreferat des Fregattenkapitän Dr. Christian Jentzsch vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr.

Die Entwicklung der Deutschen Marine seit 1990. Die Evolution von einer Kalter-Krieg-Marine (Escort Navy) zur Interventionsmarine (Expeditionary Navy) war sein Thema.

Den Vortrag finden sie hier [338 KB]

Das erste Panel stand unter dem Thema Das sicherheitspolitische Umfeld und Operationen der Deutschen Marine

Deutschland kann sich den maritimen Sicherheitsanforderungen nicht entziehen, es kann sie aber auch nicht alleine bewältigen, stellte Sebastian Feyock von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik fest. Die Anstrengungen und das politische Handeln würden dieser Bedeutung nicht gerecht. Auch in der Politik ist Sea Blindness bemerkbar. Nicht immer wird erkannt, das wirtschaftspolitische Themen auch fast immer maritime Themen sind .

Vor dem Hintergrund, dass etwa Russland und China auf den Weltmeeren immer aktiver würden, müssten Einsatzgeschwindigkeit und Flexibilität der Marine erhöht, Kapazitäten ausgebaut und die Präsenz auch in Nicht-Nato-Gebieten sichergestellt werden so auch die Analyse von Dr. Sybille Reinke de Buitrago vom Institut für Friedensforschung der Universität Hamburg.

Konteradmiral Thorsten Kähler, Chef des Stabes im Marinekommando, skizzierte, wie sich die Aufgaben der Deutschen Marine gewandelt haben und weiter wandeln. So habe sich die Ostsee, ein Meer des Friedens , wieder als Operationsraum zurückgemeldet. Kähler zeigte sich besorgt über die Entwicklung der vergangenen Jahre. Russland hat sich vom Prinzip der friedlichen Lösung territorialer Streitigkeiten verabschiedet. Die Marine müsse zur Fähigkeit der mehrdimensionalen Kriegführung und der Randmeeroperationen zurückkehren. Sie müsse aber immer auch humanitäre Operationen bewältigen können .

Mit den Schilderungen seiner Erlebnisse und Erfahrungen als Kontingentführer EUNAVFOR MED, Operation Sophia beeindruckte der Fregattenkapitän Torsten Eidam. Was hat uns der Einsatzalltag gelehrt? Alles dazu lesen Sie hier [519 KB]

 

In der unter Kapitän zur See a.D. Heinz Dieter Jopp anschließend geleiteten Podiumsdiskussion wurden über die Beiträge diskutiert und Fragen beantwortet.

 

Das zweite Panel führte den Titel: Die Deutsche Marine auf dem Weg in die Zukunft

 

Über die zukünftige Ausrichtung der Deutschen Marine personell, strukturell und materiell und aufgabenmäßig referierte der Gruppenleiter im Bereich Weiterentwicklung der Marine des Marinekommandos, Kapitän zur See Eike Wetters. Intensivnutzung, Mehrbesatzungsmodel, Vernetzung, Cyber- und IT Fähigkeiten, Kooperation mit der Niederländischen Marine seien hier nur als einige Stichpunkte seiner Ausführungen genannt.

 

Über die europäischen Anstrengungen, eine gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zu forcieren, berichtete Flottillenadmiral Jürgen Ehle von der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU. Die auf dem Gipfel in Bratislava versammelten EU-Regierungschefs hätten ein starkes Signal für eine Stärkung der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, kurz GSVP, gesendet. Der gemeinsame Brief der Verteidigungsminister Frankreichs, Italiens, Spaniens und Deutschlands sei ebenfalls ein Schritt zu einer neuen europäischen Sicherheitsagenda. An manchen Stellen fehle jedoch immer noch der politische Wille, wie sich bei den EU-Battle-Groups zeige, die noch nicht im Einsatz waren. Auch die europäischen Verträge setzten Grenzen, etwa mit Blick auf den Aufbau militärischer Fähigkeiten in Drittländern.

 

Die Perspektive eines globalen Netzwerks maritimer Sicherheit aus NATO betrachtete Kapitän zur See Axel Deertz, Unterabteilungsleiter Operation im Marinekommando Abteilung Einsatz. Die NATO von Wales nach Warschau, Deterrance und Defense, Bedeutung Readiness Action Plan bildeten u.a. den Rahmen für seine Ausführungen.

 

Dr. Hilmar Linnenkamp von der Stiftung Wissenschaft und Politik sowie Regierungsdirektor Ulf Häußler aus dem BMvg beleuchteten das Projekt Europäischer Streitkräfte aus Sicht der Politik.

Bei Vorstellungen von einer europäischen Militärkooperation und integration sind noch Besonderheiten wie

Europäische Konsolidierung der Rüstungsindustrie vs. Erhalt von Schlüsseltechnologien

Europäische Autonomie

Europäische Armee aber auch nationale Sicherheit und nationales Recht

Die Stellung und das Ansehen Deutschlands (Führungsrolle Deutschlands?)

von Bedeutung. Hierauf müssen gemeinsame Antworten gefunden werden.

Auch dieses Panel endete mit einer Podiumsdiskussion.

 

Die Veranstaltung endete mit Schlussworten des Inspekteurs der Marine,

Vizeadmiral Andreas Krause, und dem Präsidenten des Deutschen Maritimen Instituts (DMI), Vizeadmiral a.D. Hans-Joachim Stricker.

 

Der Inspekteur hatte am Ende eine klare Botschaft: Es ist wichtig, dass die Marine wieder wächst. Zu lange habe die Teilstreikraft von der Substanz gelebt , sagte Vizeadmiral Krause. Er setze große Hoffnungen in die angekündigten Trendwenden Personal, Material und Finanzen. Es bedarf eines langen Atems, Durchhaltefähigkeit, Mut und Kraft .VA Krause warb um Unterstützung, damit die Umkehr gelinge. Er machte deutlich, dass die Marine bisher noch jeden Auftrag erfüllen konnte. Die Marine ist multinational und auch weiterhin vorbereitet auf den Auftrag

 

In seinen Abschlussworten dankte der Präsident des DMI dem Organisationsteam, allen Referentinnen und Referenten sowie den Teilnehmern für ihre Beiträge

 

 

 

 

 

Text: Frank Henning, Hartmut Renzel

Fotos: Matthias Letzin, PIZ Marine 

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